Philosophieren im CAP mit Poetry Slam - Der Wutbürger

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Philosophieren mit Kindern über politische Themen am CAP

Selbst über den Stammtischen weht die Fahne der Friedfertigkeit: Statt Streitkultur herrscht die große Einigkeit. Wegen des Rauchverbots gibt es statt Zigarrenqualm nur noch den Pfefferminzduft der Kaugummis. Statt brennender Herzen erloschene Glut. Da fragt man sich, wo bleibt die Wut? Wo bleibt die rebellische Stimme, die kritische Auseinandersetzung? Wo der Wutbürger (immerhin das Wort des Jahres 2010), der sich politisch engagiert?
 
Der bekannte Münchner Poetry Slammer Bumillo benennt die fehlende Streitkultur in einem aktuellen Text so: „Da ist nur eine ekelhafte innere Zufriedenheit, ein abgrundtiefes Glück, eine allesverschlingende Happiness, ein abstoßendes Eins-sein mit sich und der Welt“.  Die Spaßgesellschaft hat aber keine Zukunft, wenn sie die Gegenwart nicht gestaltet: „Ihr habt keine Zukunft, weil Ihr nie dagegenwart. Uns bleibt keine Zukunft, uns bleibt nur die Gegenwart“ zürnt Bumillo.

Der beliebte Slammer kommt am Donnerstag, den 10. März 2011 von 9-12 Uhr in das Centrum für angewandte Politikforschung (CAP) und ist bereit, zu erzählen, was poetry slam ist und wie er zu seinen Texten kommt. Er wird dabei auch seinen witzigen Wutbürger-Text vortragen und gemeinsam über ihn philosophieren. Anschließend dürfen die jungen Leute selbst mit ihm einen Text schreiben und versuchen, ihn vorzutragen.

Die Veranstaltung ist Teil der Forschungsreihe über: Philosophieren als Methode in der politischen Bildung. Die Veranstaltung, die sich an Kinder und Jugendliche zwischen acht und 15 Jahren richtet, leiten Eva Feldmann-Wojtachnia und Julia Potthoff.

Anmeldungen an: kinderphilosophie@hotmail.de
Ort: CAP, Maria-Theresia-Str.21, 81675 München-Bogenhausen